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Central Kalahari Game Reserve

Ausflug mit Expeditionscharakter

Das CKGR – Central Kalahari Game Reserve – ist 52’000 km2 gross und somit 1 1/4 mal so gross wie die Schweiz. Es liegt wie es der Name schon andeutet im Kalaharibecken und ist eines der wenigen noch grossen Rückzugsgebiete. Die Kalahari ist keine Wüste sondern zählt zu den semi ariden Zonen mit etwa 200mm Regen pro Jahr.

In unserem Reiseführer Botswana aus dem Reise Know How Verlag steht, dass eine Reise in die Zentral Kalahari „Expeditions-Charakter“ habe. Das ist sicher auch korrekt und man sollte nicht unvorbereitet in die Zentral Kalahari reisen. Wer allerdings erwartet, absolut alleine zu sein,  könnte enttäuscht werden. Im Besonderen in den Bereichen Deception und Passarge Valley ist mit Begegnungen nicht nur mit Tieren, sondern auch mit „Menschen“ zu rechnen.

Die Camps werden durch die Firma Bigfoot Tours in Gaborone vermietet. Bigfoot behält sich vor, die einzelnen Stellplätze mit zwei bis drei Fahrzeugen gleichzeitig zu belegen, weshalb man unter Umständen auch für die Nacht nicht alleine ist – es kann sogar etwas eng werden. Wir hatten das Glück bis auf eine Nacht stets alleine stehen zu können – keine andere Menschenseele weit und breit.

Fahrzeug

Noch etwas: wer Angst davor hat, sein Fahrzeug könnte Kratzer abbekommen, sollte lieber nicht in die Zentral Kalahari fahren. Seit unserem Besuch im CKGR wissen wir nämlich was es heisst, wenn jemand sagt, „er gehe in den Busch“. So einstellenweises Buschdickicht kann man sich in Europa kaum vorstellen. Nicht genug, viele Büsche sind mit kräftigen Stacheln ausgestattet und wenn man da durch fährt, kratzt und quietscht es so heftig und unangenehm, dass man es schon bald gar nicht mehr hören möchte. Seitdem besitzt unser Sprinter – vor allem der lackierte Aufbau – eine Dornen-Busch-Savanne-Patina sprich ist völlig verkratzt.

Hatten wir zuvor schon mal Bedenken, mit dem falschen Fahrzeug zu reisen – weil der Sprinter kein LKW-4×4-Camper ist – hat uns der Sprinter gerade im CKGR voll überzeugt. Seine Grösse ist einfach absolut ideal für solche Unternehmungen. Natürlich wäre ein Toyota Landcruiser was die Geländegängigkeit und Beweglichkeit anbelangt noch besser, aber wenn man den Wohnkomfort mit der Fahrzeuggrösse in Zusammenhang bringt, dann gibt es nur zwei Fahrzeuge, die uns in den Sinn kommen: Mercedes Sprinter 4×4 und IVECO Daily 4×4.

Unsere Reise-Etappen

Tag 00 – 16.04.16: Maun – Rakops (225 Km) in Rakops nochmals Diesel nachgetankt, Camping der Rakops River Lodge

Tag 01 – 17.04.16: Rakops – Matswere Gate – Deception Valley, Kori Camp (90 Km)

Tag 02 – 18.04.16: Deception Valley – Letiahau Camp (50 Km)

Tag 03 – 19.04.16: Letiahau Camp – Piper Pans, Piper Camp 02 (50 Km)

Tag 04 – 20.04.16: Piper Pans – Phokoje Camp (60 Km)

Tag 05 – 21.04.16: Phokoje Camp – Passarge Valley Camp 03 (75 Km)

Tag 06 – 22.04.16: Passarge Valley Camp 03 – Motopi Camp 02 (55 Km)

Tag 07 – 23.04.16: Motopi Camp 02 – Passarge Valley Camp 02 (80 Km)

Tag 08 – 24.04.16: Passarge Valley Camp 02 – Sunday Pan Camp 04 (50 Km)

Tag 09 – 25.04.16: Sunday Pan Camp 04

Tag 10 – 26.04.16: Sunday Pan Camp 04 – Rakops – Maun (335 km)

Die Rakops River Lodge bei Rakops, auf der wir vor dem CKGR eine Nacht standen war uns zu teuer und zu ungepflegt, weshalb wir vom CKGR direkt nach Maun zurückfuhren.

Wenn

Wenn wir das CKGR nochmals besuchen sollten, würden wir unsere Reiseplanung ändern, denn eindeutige Höhepunkte für uns waren: Deception Valley, die Piper Pans und das Passarge Valley. Auch wenn die Fahrt nach Motopi und zurück sehr schön war, würden wir darauf verzichten (oder dort aus dem CKGR hinaus fahren).

Tag 00 – 16.04.16: Maun – Rakops (225 Km) in Rakops nochmals Diesel nachgetankt, Camping der Rakops River Lodge

Tag 01: Rakops – Matswere Gate – Deception Valley, Kori Camp

Tag 02: Deception Valley

Tag 03: Deception Valley – Letiahau Camp

Tag 04: Letiahau Camp – Piper Pans, Piper Camp 01

Tag 05: Piper Pans

Tag 06: Piper Pans – Phokoje Camp

Tag 07: Phokoje Camp – Passarge Valley Camp 03 oder 02

Tag 08: Passarge Valley

Tag 09: Passarge Valley Camp – Leopard Pan – Deception Valley, Kori Camp

Tag 10: Deceprion Valley – Rakops – Maun

Camps

Die Bewertung der Camps gemäss Reiseführer Hupe-Verlag können wir so nicht unterstützen.

  • Kori Camp 03 = i.O. Man hat aber von keinem der Kori Camps wirklich Aussicht. Auch die anderen Kori Camps sind i.O.
  • Letiahau Camp = i.O. wenig Aussicht, wir haben uns auf das Zufahrtssträsschen hingestellt, da mit Aussicht. Zudem ist das Letiahau Wasserloch nur etwa 7 Km entfernt (Abendfahrt)
  • Piper Pans Camp 02 ist etwas erhöht, an sich schönes Camp, doch Piper Camp 01 ist näher an der Pan, bietet vielleicht etwas weniger Schatten, würden wir aber bevorzugen
  • Phokoje Camp wirkt ungepflegt, hier hörten wir jedoch des Nachts sehr nahe Löwen brüllen
  • Passarge Valley Camp 03 ist relativ schön, mit etwas Aussicht (Sonnenauf- und Untergang), liegt jedoch noch nicht oder nicht mehr im Passarge Valley
  • Motopi Camp 02 ist praktisch ohne Aussicht, einige Km bis zum Wasserloch, etwas mühsam im Busch
  • Passarge Valley Camp 02 wäre eigentlich unser Favorit. Aussicht in das Passarge Valley aber: Ameisen verseucht, man kann kaum abstehen, schon beissen die …
  • Sunday Pan Camp 04, relativ schön, Aussicht auf die Sunday Pan, diese ist aber weit weg. Die Sunday Pan ist in den Randbereichen stark verbuscht
  • Leopard Pan: schöne Rundfahrt um die Pan.

Regen

Bei anhaltendem Regen oder wenn kurz zuvor anhaltender Regen war, würden wir nicht in das CKGR fahren. Wir haben viele Spuren in allen Variationen von jenen gesehen, die im Schlamm stecken geblieben sind – und die schwierigsten Stellen sind oft in einem „Wald“ von Sträuchern, wo alle durch müssen …

„Strassen“

Bis auf das Deception und Passarge Valley bestehen die Verkehrswege in der Regel aus schmalen Fahrspuren. Der Mercedes Sprinter passt gerade noch in diese Spuren – breiter wäre problematisch.

In Buschgebieten scheint es so, dass sich die Büsche entlang der Strasse besser und kräftiger entwickeln …. weshalb es manchmal ziemlich eng wird zwischen den Büschen durch. Kratzer sind hier nicht zu vermeiden.

Die Höhe unseres Fahrzeugs – 3 m – war kein Problem und da wo es eines war, konnten wir ausweichen.

  • Rakops – Matswere – Deception: meist Sand
  • Deception – Letiahau: vorwiegend Erdstrasse (hart bei Trockenheit)
  • Letiahau – Piper Pans: Grössere Stücke Fahrspuren im Sand
  • Piper Pans – Passarge Valley: abwechseln Sand / Erde
  • Passarge Pan – Motopi: meist Sand
  • Passarge Valley: meist Erde
  • Leopard Pan – Deception Valley: meist Sand

Das Befahren der Sand und Erdstrassen war im April 2016 absolut kein Problem, obschon lokale Gewitter nieder gegangen sind.

1 Kommentare

  1. Salut ihr beide
    Wir werden eure Tipps befolgen und sehen, ob wir mit unserem Globi durchkommen werden. Auf alle Fälle fahren wir nur noch mit einem Hoch-Entaster durch den Busch.
    lgGabi&Peter

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