Weihnachtszeit

Amanzi Game Reserve

Am 14. Dezember ziehen wir uns zurück in das kleine, private Amanzi Game Reserve, etwa 50 Km nördlich von Bloemfontein und 12 Km von Brandfort. Besitzer ist einer er grössten Eierproduzenten des Landes. Das Game Reserve verfügt über einen hübschen und gepflegten „Caravan-Park“ so die Bezeichnung hier in Südafrika für einen Campingplatz.

Hier widmen wir uns unserer Webseite. Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Der im August in Stuttgart besuchte Word-Press-Kurs ist nicht mehr sehr gegenwärtig. Zum Glück hat uns unser Trainer das ganze Seminar in zwei PDF-Dateien als Kurzversion mitgegeben – ohne wären wir jetzt verloren. Mit diesen PDF’s, mit Hilfe von Internetforen und mit Hilfe von „try & error“ beginnt die Webseite langsam Form anzunehmen.

Zur Entspannung zwischendurch montieren wir die „neuen“ Nummernschilder, Tauschen den schweizerische Gasdruckregler gegen einen Deutschen (Gasdruckregler natürlich) aus und „sie“ reinigt die verschmutzten Solarzellen … nun, wenn sie schon mal oben ist, dann gleich das ganze Dach, kann ja nicht schaden.

Warum den Gasdruckregler gegen ein deutsches Modell austauschen? Der clevere Mitarbeiter eines schweizerischen Campinghändlers hatte sich wirklich intensiv mit der Materie beschäftigt: „deutsches Wohnmobil = deutsche Gasflasche“, logisch! Und so wurde anstelle der bestellten Aluminium Gasflasche mit schweizerischem Anschluss eine Alu Gasflasche mit deutschem Anschluss geliefert – und ich Depp habe das nicht kontrolliert. Also, lieber Freund in der Schweiz, lass uns doch bitte per DHL einen passenden Gasregler zukommen – und der Gasregler kam innert weniger Tage mit DHL an. Danke!

Amanzi ist auch eine gute Gelegenheit, ein richtiges Braai zu machen. Ein Braai ist ein Grill mit Holzfeuerung. Dabei wird das Holz mit ernster Miene zeremoniell in Kohle verwandelt – erst dann kommt das Fleisch auf den Grill. Eine perfekte Feuerstelle ist vorhanden, Holz auch und das Braai-Vleis auch. Beim Metzger Fenwick in Langenhovenpark haben wir Rumpsteaks und Kameeldore Boer Wurs besteht aus Kameeldore Boer Wurs erstanden. Die kommen nun auf den Braai. Vreni hat schon immer gerne Feuerchen gezündet und so läuft sie nun mit ihrem ersten und perfekten Braai in Höchstform auf.

Im Free State herrscht zur Zeit eine Trockenheit, wie seit 80 Jahren nicht mehr. Um diese Jahreszeit sollte das Amanzi Game Reserve grünen und blühen. In der Realität sieht es jedoch ziemlich trocken aus.

Mercedes-Benz

Port Elizabeth: Die Klimaanlage unseres Mercedes Sprinter läuft nicht. Sicherungen checken, Strom von Batterie abhängen, Kabel kontrollieren – nützt alles nichts. So fahren wir ohne Klimaanlage zurück nach Bloemfontein und die Temperaturen steigen auf 39°. Wir sehnen uns nach „Reparatur“. Johan begleitet uns zur Mercedes-Benz Vertretung in Bloemfontein, die hier von der Firma „John Williams Motors“ geführt wird. Die Leute hier sind sehr freundlich zu uns und interessiert an unserem europäischen Sprinter. „So eine moderne Klimaanlage haben wir noch nie gesehen“. Es ist tatsächlich nur ein Stecker. Für die Reparatur wird uns nichts verrechnet.

Später fahren wir nochmals zu John Williams Motors. Für unsere Reise benötigen wir einen Ersatz-Ventilatorriemen und eine Ersatz-Abschleppöse. Wir bezahlen die Ersatzteile und lassen den neuen „Fan-Belt“ gleich montieren. Die Arbeit wird wiederum umgehend ausgeführt – kostenlos. Wir staunen – Johan meint, das sei auf Grund seiner Beziehung zu dieser Firma. Wir wissen es nicht.

John Williams Motors
Werkstattchef: Francois Mc. Carthy
270 Church Street
Bloemfontein, 9300, Südafrika
S29.157527, E26.219576

Weihnachten

Am 24. Dezember läuft gar nichts bezüglich Weihnachten, nicht mal Weihnachtsmusik. Am 25. Dezember 2015 besuchen wir den Gottesdienst in der „NG Church“ (Nederduitse Gereformeerde Kerk). Die grosse Kirche ist beinahe voll. Nebst viel Musik und beeindruckendem Orgelspiel eine Predigt in der Das Kreuz, an dem Jesus starb, mit dem Weihnachtsbaum verglichen wird. Der Schmuck an diesem „anderen Weihnachtsbaum“ sind „Liebe, Friede, Freude etc.“

Gegen Mittag treffen die Familienangehörigen zur „Weihnachtsfeier“ ein:

  1. Getränk und plaudern
  2. Päckli auspacken
  3. Obligates Familienfoto
  4. Mittagessen
  5. Weihnachten 2015 ist Vergangenheit

Camper optimieren

Die hohen Temperaturen zeigen eine Schwäche unseres Ausbaus. In den Schubladen über dem Batteriekasten, in welchem auch das Ladegerät und der Solarregler untergebracht sind, heizen sich stark auf. Gefahr für unsere Fotoausrüstung! Wir vergrössern die Entlüftungsöffnung und fügen einen Boden ein, damit die Hitze nicht mehr emporsteigen kann. Zudem stehen Optimierungen im Bettbereich an. Johan hilft. Die Zusammenarbeit vertieft unsere Beziehung. Er muss zwar alles von Hand zuschneiden, aber das beherrscht er wie wenn es maschinell erfolgt wäre! Wir bewundern ihn.

Jahresabschluss

31.12.2015 – Sylvester – Party mit FReunden von Trudie und Johan. Es wird mehrheitlich Africaans gesprochen. Doch bemühen sich die Südafrikaner um Konversation mit uns. Zu Shirley sage ich: „du erinnerst mich stark an meine Sekretärin damals in Winterthur“. Diese war auch stets sehr gut gekleidet, erschien stets „wie aus dem Trückli“ (Schächtelchen) und roch dezent nach einem guten und nicht billigen Parfüm… Shirley ist aber auch noch witzig und eine gute Story-Erzählerin.

Den Mongolischen Grill hat Johan selber gebaut. Genial! Johan, warum beginnst du nicht mit dem Vertrieb solcher Tisch-Grills und mühst dich immer noch mit massiven Holztüren ab?

Um etwa 23 Uhr „verdrücken“ wir uns in unseren Camper und erwachen im neuen Jahr 2016.