Damara Land

Petrified Forest

Etwa 100 Km südlich von Palmwag, an der C39, liegt die Bloukrans Farm mit einem schönen Gelände versteinerter Bäume. Die Sonne brennt heiss und steht für’s Fotografieren eigentlich noch zu hoch. Dennoch, wir wollen etwas Zeit sparen, da wir ja vor Mitte August aus Namibia raus sein müssen – unsere Aufenthaltsgenehmigung läuft dann ab. Eine junge werdende Damara Mutter führt uns durch das Gelände. Sie übt sich nicht nur in Geduld, sondern trägt streckenweise auch noch das Stativ.

Bei den versteinerten Bäumen handelt es sich um einen urzeitlichen Nadelwald, um Araukarien. Die Stämme sind durcheinander gewürfelt angeordnet. Vielleicht ist der Nadelwald durch eine urzeitliche Strömung hier angeschwemmt worden?

Twyfelfontein Rock Engravings

Auf dem Weg zu den Felsgravuren liegt der „Burnt Mountain“, der verbrannte Berg und die „Organ Pipes“ Basaltsäulen. Wir wollen nur mal schauen gehen, ob sich der Ausflug dorthin lohnt – und schon stehen wir wieder in der Gebührenfalle. Wir bezahlen die Gebühr, um feststellen zu müssen, dass sich diese nicht lohnt. Das kann man anderswo gigantischer und kostenlos sehen. Dennoch ein paar Bilder vom brennenden Berg, weil wir ja schon hier sind und um den Eintritt zu rechtfertigen.

Twyfelfontein – Zweifel-Quelle. Der Name rührt vom Umstand, dass die Quelle nicht immer zuverlässig Wasser spendet. Twyfelfontein ist keine Ortschaft, sondern ein UNESCO Weltkulturerbe.

In der Felsarena haben die Buschleute, die San, ihre Jagderfolge mit Quarzsteinen in den Sandstein eingeritzt. Die ausserordentlich vielen Gravierungen findet man über das ganze Gelände zerstreut. Da oft nicht nur die zu bejagenden Tiere, sondern auch ihre Fussabdrücke eingeritzt sind, gleichen die Zeichnungen einem altertümlichen „Tierführer“.

Ingread führt uns in gemächlichem Tempo und sorgfältigen Schrittes durch die Felsgravuren. Wie muss sie sich fühlen? Jeden Tag, mehrmals am Tag, immer wieder andere Menschen durch die selben Pfade und vorbei an den selben Gravuren mit den immer selben Fragen „sind Sie eine Damara?“ etc. zu führen?

Damara Living Museum

Das Damara Living Museum ist kein ernst zu nehmendes lebendes Museum, aber sehr reizvoll, weshalb wir es sofort wieder besuchen würden. Im Besonderen sind die „Darstellerinnen und Darsteller“ des Museums erwähnenswert. Mit Inbrunst versuchen Sie uns in ihre Damara-Kultur einzuführen.

Schöner Gesang und liebenswürdige Tanzvorführung.

Nachdem wir uns von einer Besichtigungs-Gruppe abnabeln konnten, haben wir unsere private Führerin. Wir bitten sie, uns ihre Original-Klick-Sprache vorzuführen – da wird sie etwas verlegen und holt ihre Kollegin. Von nun an kümmern sich zwei Führerinnen um uns. Die eine erzählt in der Sprache der Damara, was wie Honig für die Ohren ist, die andere übersetzt ins Englische. Wir sind von den beiden begeistert – so viel Würde und so viel Fröhlichkeit.

Vreni will natürlich wissen, woher die beiden Damara Frauen denn so weisse Zähne hätten. Natürlich vom Kauen von Mopane Ästchen – „aber für uns sei es zu spät und würde nichts mehr nützen …“ meint unsere kecke Führerin.

Brandberg

Die Schotterstrasse von Twyfelfontein zum Brandberg ist schrecklich, dafür die Landschaft umso fantastischer!

Das Brandberg Massiv erhebt sich mit der Spitze des Königstein (2574m) den höchsten Berg Namibias. Bei Sonnenaufgang glüht der Brandberg förmlich und macht seinem Namen alle Ehre.

 

Heute besuchen wir die berühmte Felsmalerei der „White Lady“. Die Wanderung mit obligatem Führer – in unserem Fall Führerin – dauert zwei Stunden hin und zurück. Natürlich ist es fraglich, ob sich der Aufwand für nur eine Felsmalerei lohnt – wir meinen ja, denn nur schon das Brandbergmassiv an sich ist eine Wanderung wert.

Monika, unsere Führerin, ist ein Muster für sich. Sehr emotional und impulsiv. Sie wurde spezifisch für diese Aufgabe als Führerin ausgebildet. Ihr Traum aber ist ein Touristik-Studium in England. Sie bete dafür, dass sie dieses Studium machen könne … sie würde so gerne die Menschen durch das ganze südliche Afrika führen … Monika, da musst du dich aber sputen – du bist ja schon 30 Jahre alt!

Nach dem Besuch der Malerei wirft Monika die Hände hoch in die Luft und schreit: „Oh Gott, bin ich dir dankbar, dass ich heute Morgen so nette Menschen führen darf“! Ja, Monikas fröhliches und natürliches Wesen hat uns beeindruckt und berührt. Am liebsten hätten wir sie adoptiert – aber sie will ja nicht in der Schweiz, sondern in England studieren.

Spitzkoppe

Spitzkoppe – die bekannten Felstürme inmitten karger, trockener Ebene des südlichen Damara Landes sind ein Touristen Ziel ersten Ranges. Natürlich wird hier auch um die Wette fotografiert und es gibt immer wieder liebe Mitmenschen, die einem ins Bild laufen.

Da ist es von grossem Vorteil, mehrere Tage hier zu verbringen. Die Chancen auf gute Bilder steigen um 100%. Übrigens verzeihe man es, wenn hier zu viele Bilder kommen – zu schön ist es hier! Ein steinerner Spielplatz für Fotografen.

Übrigens hat auch die Rückseite der Spitzkoppe ihren Reiz – da ist man in der Regel ganz alleine.

Besondere Anziehungskraft besitzt der Rock Arch – der Fels Bogen – aber viele wissen es nicht, dass es mehrere solcher Bogen gibt – nur nicht alle so gut erreichbar wie dieser.

Und dann sind da noch die spektakulären Sonnenaufgänge an der Spitzkoppe – dazu hat man bzw. Frau den Fotografen im Pyjama aus dem warmen Fahrzeug hinaus gejagt!
(Für die Sonnenuntergänge begebe man sich „hinter“ die Spitzkoppe bzw. nördlich davon.)

Hakos Farm

Die Hakos Farm liegt süd-westlich von Windhoek und gehört nicht mehr zum Damara Land. Unsere letzte fotografische Destination vor der Ausreise nach Südafrika. Hakos ist bekannt für die Sternenfotografie. Hier kann man sich seine eigene kleine Sternwarte mieten. Eine Schweizergruppe und Deutsche Astrofotografen sind auf der Farm. Auf dem Campingplatz sind wir jedoch mehr oder weniger alleine. Wir versuchen uns hier mit dem Fotografieren des Sternenhimmels.

Hakos-01

Jupiter, Merkur und Venus über den Hakosbergen (von oben nach unten) Nikkor 14-24mm/2,8 bei 19mm / Blende 2,8 / 15 Sekunden / ISO 3200

Mit der Nachführ-Methode versuchen wir uns zum ersten Mal in der Sternenfotografie mit einem etwas längerbrennweitigen Objektiv. Die Nachführ-Basis MDK V5 und den Polsucher haben wir bei David Wemhöner in Deutschland.

Mit dem Polsucher muss die Montierung auf den Himmels-Südpol ausgerichtet werden. Das ist gar nicht so einfach, bzw. nur annähernd möglich ohne weitere Hilfsmittel, denn es gibt keinen Stern den man wie auf der Nordhalbkugel (Polarstern) anvisieren könnte. Stattdessen muss man freihändig die 4,5 fache Distanz zweier Sterne im Kreuz des Südens abmessen.

Nikon D750 / Nikkor 24-70mm/2,8 bei 70mm / Blende 4 / 2,5 Minuten / ISO 1600

Ausschnitt aus der Milchstrasse // Nikon D750 / Nikkor 24-70mm/2,8 bei 70mm / Blende 4 / 2,5 Minuten / ISO 1600

Fragt uns ja nicht, wie die Sterne auf den Bildern heissen… wir wissen es auch nicht, aber es gefällt uns auch so.

Dank „nur“ 70 mm Brennweite sind die Bilder hier ganz in Ordnung. Vergrössert man diese jedoch auf 100%, ist zu sehen, dass wir den Himmels-Südpol nicht ganz getroffen haben. Ziel ist es, später mit längeren Brennweiten zu fotografieren – aber es ist eine ganz schöne Fummelei und nicht ganz einfach. Wenn du genau hinschaust sind verschiedene Farben von Sternen von Blau über Magenta bis zu Rot zu sehen. Die Bilder werden in Adobe Lightroom 6.0 bearbeitet. Die Himmelsfarben sind für unser menschliches Auge nicht sichtbar. Kommen die Bilder aus der Kamera, wirken diese ebenfalls noch sehr flach. Erst wenn man die korrekte Farbtemperatur wählt kommen die verschiedenen Farben der Milchstrasse zum Vorschein.