Epupa

Oppi-Koppi

Bevor wir an die Epupa Wasserfälle reisen, stehen wir eine Woche auf dem Campingplatz „Oppi-Koppi“ in Kamanjab, südlich des Etosha Nationalparks. Obschon die Internetverbindung nicht so gewaltig ist, arbeiten wir an unserer Webseite weiter und im Besonderen schneiden wir unsere ersten Filmchen zusammen. Als „Overlander“ mit europäischem Kennzeichen stehen wir kostenlos auf diesem Camp – es wird lediglich erwartet, dass wir auch mal im Restaurant vorbeischauen und etwas essen. Das fällt leicht, denn die Pizzen sind lecker und so gross, dass diese für zwei Mahlzeiten reichen …

Epupa Wasserfälle

Der Kunene entspringt im angolanischen Bergland und bildet hier im Nordwesten Namibias die Grenze zu Angola. Bei Epupa stürzt der Kunene in eine etwa 60 m tiefe felsige Schlucht. Wir sind erstaunt, wie viel Wasser der Kunene jetzt im „Winter“ noch führt. Nun „Winter“ bedeutet hier durchaus Temperaturen um 25° bis 30° tagsüber und 12° bis 14° in der Nacht. Daran könnte man sich gewöhnen!

Den Abend verbringen wir bei lauen Temperaturen auf dem Aussichtspunkt. Erst hier sind die wahren Ausmasse der Epupa Fälle sichtbar. Wir können uns nicht satt sehen. So viel Wasser und so viel Grün mitten in der Wüste!

Epupa Camp

Sechs Tage stehen wir am Kunene und können uns kaum davon trennen. Nach monatelanger Fahrt durch knochentrockene Gegenden endlich wieder einmal fliessendes und rauschendes Wasser. Das tut einfach gut. Das Epupa Camp liegt romantisch unter Makalani Palmen direkt am Kunene. Trinkwasser gibt es in Epupa keines. Das Wasser wird aus dem Fluss gepumpt. Damit wollen wir unseren Frischwassertank nicht füllen. Unser Wasservorrat bestimmt deshalb die maximale Verweildauer.

Die Toiletten und Duschen unter freiem Himmel. Irgend etwas über die Abschrankung legen, damit andere sehen, dass das „Häuschen“ besetzt ist. Ansonsten ist Freiluft sehr angenehm, kein Geschmäckli …

Himba

Die Himba sind ein mit den Herero verwandter Volksstamm, die im Nordwesten von Namibia siedeln. Als Halbnomaden folgen sie mit ihren Rinder- und Ziegenherden dem Futter, was auch bedeuten kann, dass die Männer mit den Rindern manchmal mehrere Monate vom Dorf abwesend sind. Ist der Futtermangel gross, so ziehen die Familien in ein weiter weg gelegenes Dorf um. Ähnlich wie die Bergbauern in der Schweiz im Sommer zuerst auf die Maiensäss und später auf die Alp und zurück ziehen.

Wir überlegen uns lange, ob wir so ein Himba Dorf besuchen sollen. Die Neugier gewinnt schliesslich Oberhand. Die Himba wissen alles über Rinder und Ziegen – aber noch längst nicht alle verfügen über Schulbildung. Ihr soziales Gefüge ist noch einigermassen klar. Die Frauen tragen den klassischen und selbstgefertigten Schmuck. Dieser ist dem eines Rindes nachempfunden. Die Haut wird mit einer Mischung aus Tierfett und Ocker bestrichen, was einerseits die Haut schützt, andererseits auch das glänzende Fell eines gesunden Rindes widerspiegeln soll.

Wir sind mit unserem Führer „Immanuel“ alleine im Dorf. Dank seiner Übersetzungskunst kommt es zu einem Gespräch mit der Hauptfrau und ihrer Schwester. Wir erzählen von den Bergbauern, wie sie zur Alp ziehen und von Schnee – von dem sie keine Ahnung haben, was das ist. Sie lachen und scheinen sich zu freuen, meinen, wir sollten doch bei ihnen bleiben.

Die Himba Männer dürfen mehr als eine Frau haben. Die Hauptfrau bestimmt, ob eine zweite Frau zugelassen wird – danach ist der Himba Mann frei, sich bis zu drei Frauen zu nehmen. Welchen Druck der Mann auslösen kann, um die Hauptfrau zu einem „Ja“ zu bewegen erschliest sich uns nicht. Hier jedenfalls ist die leibliche Schwester die zweite Frau und die beiden scheinen es gut miteinander zu haben.

Wir sind überzeugt, dass die Himba Kultur bald aussterben wird. Der Kontakt mit anderen Kulturen und einem gewissen „Fortschritt“ ist nicht zu vermeiden. Besonders aber wird das Wissen, das durch die Schulen vermittelt wird, die Himbas verändern.

Epupa Primary School

Zum Schluss unseres Aufenthalts in Epupa besuchen wir die Primary School. Das Schulkonzept nennt sich „Mobile School“, weil die Schule den Wanderbewegungen der Himba folgt, so dass die Himba Kinder die Schule kontinuierlich besuchen können. Ob ein Himba-Junge oder ein Himba-Mädchen die Schule besuchen darf entscheidet der Vater abschliessend. Sind genügend Kinder da, die auf die Herden aufpassen helfen, dann ist die Chance gross, dass die Schule besucht werden darf. Es kommt aber schon mal vor, dass Kinder „abhauen“ um die Schule besuchen zu können.

Epupa Video: Wasser in trockenem Land

Wenn euch dieses Video gefällt, klickt den „Like-Button“ im Video an.