Etosha National Park

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Der Etosha Nationalpark erstreckt sich über eine Fläche von 22’000 Km2, davon entfallen 5’000 Km2 auf die Etosha-Pfanne. Friedrich von Lindequist, damaliger Gouverneur von Deutsch Südwest-Afrika , verordnete im Jahre 1907 den Schutz der Etosha Pfanne sowie der südlich und östlich davon gelegenen Gebiete, insgesamt 100’000 Km2. Der Etosha Nationalpark wird durch etwa 700 Km Schotterpisten erschlossen. Auf Grund der enormen Grösse des Gebiets konzentriert sich die Tierbeobachtung hauptsächlich auf die vorhandenen natürlichen und künstlichen Wasserstellen, welche jedoch nicht immer Wasser führen.

Nebst zwei hochpreisigen Lodges bieten 4 eingezäunte Rest-Camps (Rastlager) Unterkunft in Bungalows und auf dem Campingplatz. Jedes Rastlager verfügt über eine Tankstelle einen oder mehrere kleine Läden (nötigste Lebensmittel und Souveniers), Swimmingpool und eine beleuchtete Wasserstelle, an welcher die Tiere auch am Abend und in der Nacht beobachtet werden können.

Wifi gibt’s im Restaurantbereich, Internet über SIM-Karte theoretisch auch. Das System scheint jedoch dermassen überlastet, dass nur schon das simple herunterladen und hochladen von Mails schwierig bis unmöglich war. Kein Wunder, wenn man Mitarbeitende des Nationalparks mehr an ihrem Smartphone als an ihrer Arbeit hängen sieht oder die Overlander-Gruppen kaum angekommen oder aufgestanden sich mit der weiten Welt verbinden müssen. Jedenfalls ist an das Arbeiten an der Webseite nicht zu denken.

Wir besuchen den Etosha Nationalpark 27. Mai bis 12. Juni 2016 von Ost nach West und nehmen uns gut 14 Tage Zeit für Wildbeobachtungen. Aus der Bilderflut einige treffende Bilder auszuwählen ist nicht ganz einfach.

Namutoni

Zwei Tage / drei Nächte Namutoni. Im Rückblick für uns eines der schönsten Camps. Hier liegen die Wasserstellen zur Tierbeobachtung relativ nahe.

Am ersten Morgen fahren wir bei Sonnenaufgang gleich zur Wasserstelle Chudop. „Da ist ja nichts los!“ Gähnende Leere. Wir bleiben – und bald darauf schreitet die erste kleine Zebra-Herde zum Wasser – danach erste Giraffen – danach …. der ganze Morgen ist ausgefüllt, ein ständiges Kommen und Gehen. Die Tiere sind jedoch sehr schreckhaft. Selbst Vögel, die über sie wegfliegen erschrecken sie. Giraffen benötigen mitunter bis zu dreiviertel Stunden, bis sie sich zu trinken trauen. Ein beeindruckender Morgen.

Den Mittag verbringen wir auf dem Camp. Da gibt es immer etwas zu tun.

Später fahren wir an die Wasserstelle Klein Namutoni mit spannenden Erlebnissen.

Morgen ist auch noch ein Tag. Unser Hyänen und Nashorn Tag.

Wir dümpeln dem Etosha Pfannenrand entlang.

Halali

Auf dem Weg nach Halali besuchen wir die Doppel-Wasserstelle Goas. Da trampelt gerade eine kleine Herde Elefanten aus dem Mopane Gestrüpp.

3 Tage / 4 Nächte verbringen wir im Camp Halali, besser gesagt, in der Umgebung des Camps. Östlich davon befinden sich ausgedehnte Mopane Wälder. Endlich wieder einmal Laubbäume. Die fallenden Blätter erinnern uns an den Herbst in der Schweiz – hier aber ist der Winter eingezogen mit Tagestemperaturen von über 25°.

Über die Wildbeobachtungsmöglichkeiten von Halali sind wir zuerst enttäuscht. Keine Löwen, nichts Spektakuläres – bis wir in die Grassavanne im Westen des Camps hinausfahren und riesige Tierherden beobachten können.

In der Nähe von Halali lockt auch die unendliche Weite der 50 Km2 grossen Etosha Pfanne. Allerdings kein Ersatz für die immer noch nicht gesichteten Raubkatzen.

Immer diese Dränglerei mit den Raubkatzen! Es gibt doch auch noch andere interessante Tiere.

Inzwischen lernen wir weitere reisende Menschen kennen. Z.B. Dania und Thorsten, die mit ihrem „Wüstenwürfel“ auf der schönsten Hochzeitsreise sind: von Deutschland, Bembel Town nach Cape Town!

Und dann geht unser Wunsch in Erfüllung!

Am frühen Morgen eilt bei Rietfontein ein kapitaler Löwe zum Wasser. Er ist äusserst durstig, will kaum mehr zu trinken aufhören. Danach folgen wir ihm, bis er die Strasse quert und ins Gebüsch verschwindet. Danach noch mehr Löwenglück. Vier Löwendamen sonnen sich im hohen Gras bei Charitsaub – sie sind leider nicht so gut zu fotografieren. Spannend ist es dennoch, denn sie beobachten die kleine Herde Zebras, die zum  Wasser will …

Okaukuejo

Okaukuejo ist das Haupt-Camp des Etosha Nationalparks. Hier ist auch die Verwaltung des Parks angesiedelt. Für uns ist es nicht das angenehmste Camp, da hier viel Betrieb ist. An der berühmten Wasserstelle hört man das Pumm-Pumm der Musik von der Bar, was die Wildbeobachtung erheblich stört.

Wir erhalten den Platz Nr. 35 auf dem Campingplatz und stellen fest, dass die Plätze 32 bis 37 zu den schönsten zählen, da sie dem Zaun entlang angeordnet sind mit Blick auf die Tiere, die auf der anderen Seite des Zaunes entlang ziehen.

Die Wasserstellen um Okaukuejo sind relativ weit entfernt. Wir sind etwas enttäuscht, da unsere Erwartungen nicht erfüllt werden. Aber halt – da ist noch Nebrowni, das auch nicht all zu weit vom Camp entfernt liegt. Hier sehen wir zum ersten Mal ein buntes Durcheinander von Giraffen, Oryx, Springböcken, Zebras, Straussen … phantastisch … und auf dem Weg zurück ins Camp kreuzt eine Löwin unsere Strasse!

Eine grosse Überraschung erleben wir doch noch. Kurz nach Sonnenuntergang an der Gemsbokvlakte. Hyänen mögen nicht allen gefallen. Sie sind jedoch eine Rarität und nur selten zu sehen und wenn, dann meist am frühen Morgen. Sie sind plötzlich und unbemerkt da und wie sie kommen, so verschwinden sie auch wieder.

Auf dem Weg in den Westen des Parks – Olifantsrus – suchen wir weitere Wasserstellen ab. An der Wasserstelle Ondeka verpassen wir einen männlichen Löwen. Schade, aber die Strausse, die auf der Salzpfanne stehen, sind eine kleine Entschädigung. Und da liegt dann doch noch eine hübsche Löwendame in den niedrigen Sträuchern. Danach folgt die Wasserstelle Ozonjuitji m’Bari. Eine der lebendigen Wasserstellen, an welchen man mehr Zeit verbringen sollte. Immer wieder ein Getümmel von Tieren. Leider ist m’Bari etwas weit entfernt sowohl von Okaukuejo, wie auch von Olifantsrus. Etwa zwei bis drei Kilometer vor m’Bari bis etwa einen Kilometer nach Tobieroen ist die Schotterstrasse eine Zumutung, eine Waschbrettpiste übelster Art. Schnell Fahren ist riskant, vermindert aber die Vibrationen merklich, langsam Fahren (maximal 15 Km/h) fühlt man sich wie auf einem Pferderücken beim Western-Reiten.

Olifantsrus

Das neue Camp im Westen des Etsoha Nationalparks ist klein und weist lediglich 14 Campingplätze auf, verfügt jedoch ebenfalls über eine Wasserstelle mit Beobachtungsturm. Das Camp und die Umgebung ist ruhig. Das gefällt uns.

Die Wasserstellen Tobieroen im Osten und  Jakkalswater südwestlich sind aktiv. Klippan im Westen ist weit entfernt, nimmt mit der Tiervielfalt jedoch eine Sonderstellung ein. Jakkalswater:

Zum Abschluss unseres Aufenthalts im Etosha Nationalpark noch ein Zückerchen für uns. Drei Junglöwen halten sich bei Okawao auf und blockieren die Wasserstelle.

Müde aber glücklich fahren wir am 12. Juni 2016 zurück nach Windhoek. Wir erhalten einen neuen Zusatz-Dieseltank. Danach geht’s noch weiter in den Norden, an die Epupa Wasserfälle.

Video

15 Tage Etosha in 18 Minuten. Lautsprecher einschalten, zurücklehnen und geniessen!