Kap bis Stellenbosch

Zu viert reisen wir vom 10. Januar bis 6. Februar entlang der Garden Route, durchqueren Südafrika von Süd nach Nord. Besuchen die Nationalparke Kgalagadi und Augrabies und reisen zurück nach Kapstadt. Das Reisen zu viert ist intensiv, denn am Abend kann kein Schwatz ausgelassen werden – zu schön ist es, mit jemandem essen und chatten zu können.

Kaphalbinsel

Heftige Winde, Stürme und Nebel der oft vom Atlantik heranzieht kennzeichnen das Wetter der Kaphalbinsel. Heute können wir uns – bis auf den heftigen Wind – über das Wetter freuen. Leider ist die Blumenblüte grösstenteils schon vorüber. Das Meer zeigt sich dafür von seiner schönsten Seite mit beeindruckendem Wellengang.

Boulders Beach

Pinguine – ja, sie sind niedlich und lustig, aber sie stinken auch! Die Pinguine haben sich die schöne Boulders Beach ausgesucht und sie verbreiten sich und verbreiten sich, so dass sie schon beinahe eine Landplage sind. Holzstege führen zur Pinguin-Kolonie. Das Geländer und der strenge Wind schränken das Fotografieren ein. Unser Besuch ist nur kurz, denn die Pinguine sind träge zu dieser Tageszeit – dann wenn’s interessant wäre, ist der Besucherbereich leider noch geschlossen.

Weingut Vergelegen

11. Januar 2015 – mehr spontan als geplant lassen wir uns zum Besuch des ältesten Weinguts „hinter Kapstadt“ verleiten. „Vergelegen“ liegt am Rand von Somerset West. Der Kap-Gouverneur Willem Adriaan van der Stel kaufte um 1700 die Farm Vergelegen und errichtete ein Weingut mit einer Grösse von 112 Hektar. Jährlich werden über 500’000 Flaschen Wein produziert. Wir entrichten den Eintritts-Obulus. Der Spaziergang durch die ruhigen und prächtigen Gärten entführt uns in eine längst vergangene Zeit.

In einem der Räume wird der Sklavenarbeit gedacht – die Namen aller Sklaven, die auf Vergelegen gearbeitet haben, sind an einer Wand aufgeführt (durfte leider nicht fotografiert werden). Das macht das damalige Unrecht zwar nicht gut – zollt den damaligen Sklaven immerhin im Nachhinein Respekt. Ohne Sklavenarbeit wäre die Pracht dieses Weinguts damals nicht möglich gewesen. – Schliesslich finden wir doch noch einen Platz im ausgebuchten Restaurant. Wie so oft werden wir von aufgestellten und fröhlichen Schwarzen bedient …. Danke für eure Fröhlichkeit!

Weingut Delheim

Stellenbosch ist bekannt für seine Spitzenweine, die in die ganze Welt exportiert werden. Nicht das grösste, aber ein hübsches und romantisches Weingut liegt unterhalb des Simonsberges. Delheim ist ebenfalls eines jener uralten Weingüter. Seit 50 Jahren jedoch im Besitz der deutschstämmigen Familie Sperling. Delheim liefert Weine z.B. auch an Woolworth, was Beweis für seine gute Weinqualität ist.

Philipp führt uns durch den Weinkeller. Er meint, das würde nur 20 Minuten dauern – daraus wird jedoch mehr als eine Stunde. Unser Interesse weckt bei ihm die Instruktoren-Lust. Die Betontanks z.B. wurden von Strafgefangenen Italienern nach dem zweiten Weltkrieg betoniert. Darin wird der „fertige“ Wein gelagert. Die grossen Holztanks sind schon so alt, dass sie kein Tannin mehr abgeben, weshalb Holzspäne dem Wein beigefügt werden. Die edelsten Tropfen jedoch lagern in Fässern, die aus französischer Eiche hergestellt sind.

Die nachfolgende Weinprobe ist mit Erfolg gekrönt – für Philipp. Aus den zwei, drei Fläschchen werden einige mehr. Das Mittagessen im lauschigen Garten ist vom Besten, Lammhaxe für sie, Kap Malayen Curry Topf für ihn …

Für eine Besichtigung von Stellenbosch und dem „Dorp Museum“ reicht die Zeit und die Kraft gerade noch – es ist heiss und das macht schläfrig.

Weiter geht’s auf der „Gardenroute“